Zu Gast in der ungarischen Botschaft Berlin

Dem Chef der Grafschaft Montfort-I´Amaury wurde die ganz besondere Ehre zuteil, in dem er zu Gast bei seiner Exzellenz Dr. Sándor Peisch, Botschafter der ungarischen Botschaft in Berlin sein durfte. Das Thema des Besuchs betraf die angedachte Investition und dem Besuch in der Republik Ungarn.

Mit großem Interesse und reichlich mit Informationen ausgestattet, wurde ein weiterer Informationsaustausch vereinbart.

Wir danken der ungarischen Botschaft und seiner Exzellenz Dr. Sándor Peisch, Botschafter der ungarischen Botschaft in Berlin, für den freundlichen Empfang, dem Informationsaustausch und der Gastfreundschaft.

Das Ende einer Kaffee-Ära?

Schade eigentlich, das ist immer noch die ehrlichste und leckerste Form,
Kaffee zu trinken. Aber auch hier gilt (wie bei hoch beworbenes Massen-
oder gar Billigbier oder Bierersatz aus dem Discounter). Qualität
kostet, 5.99 Euro für 500 Gramm guten Kaffees sind nicht zu teuer. Es
geht aber auch noch besser. Frisch mahlen. Per Hand mit kochendem Wasser
aufgießen. Und wer schlechtes weil zu hartes Wasser hat, sollte sich
einen entsprechenden Filter kaufen. Wunderbar! Aber es klingt eben nicht
so „lifestylig“ einen „Kaffee“ zu bestellen.

Eine Ära endet, ein Kaffee wird kalt: Der deutsche Filterkaffee aus der
Maschine ist nicht gut genug, um gegen Latte Macchiato, Espresso oder
Cappuccino bestehen zu können. Zu wässrig, zu muffig, zu lasch. Die
meisten Kaffemaschinen stehen nur noch ungenutzt im Schrank. Ein wenig
Hoffnung gibt es dennoch.
Man sitzt da also in einem dieser netten Ausflugs-Cafés, verschwitzt vom
Fahrradfahren oder ordentlich frisch gemacht vom Wandern. Man lümmelt da
also in einem groß geblümten Schaumstoffpolster auf weißem
Restaurant-Terrassen-Gestühl, durchforstet eine in Plastik verschweißte
Speise- und Warmgetränke-Karte — und vernimmt plötzlich neben sich eine
Stimme: „Kaffee? Tasse oder Kännchen?“ Wer dann tatsächlich „Tasse oder
Kännchen“ bestellt, sieht Minuten später ein eingeschränkt
koffeinhaltiges Heißgetränk auf dem Tisch, das in Konsistenz und
Geschmack an den Aufguss von ausgekochten Zigarrenstummeln und
Aschenbecher-Spülbrühe erinnert. Hoch verdünnt natürlich. So war das
noch bis vor wenigen Jahren. Heute lässt die Bedienung am Tisch meist
noch einen Nachsatz fallen, in beschwingt jugendlichem Unterton: „Wir
haben aber auch einen EX-presso oder eine Latte matschiatto!“

Die Franzosen haben den Café au lait erfunden, die Österreicher
erschufen den Braunen, den Einspänner und die Melange. Die Italiener
haben den Latte macchiato kreiert, den Espresso, den Caffè Latte, den
Cappuccino, den Caffé Crema. Die Spanier den Cortado. Alle Nationen
entwickelten ihren eigenen Kaffee, die Brühtechnik und die Maschinen
dazu. Auch die Deutschen haben ihre Maschine erfunden und ihren Kaffee.
Es ist die Kaffeemaschine, sie stellt den deutschen Filterkaffee her.
Von allen technischen Methoden, Wasser und Pulver zu einem Getränk
zusammenzubringen, ist der Filterkaffee die mit Abstand verrufenste in
Europa. Von den knapp sieben Kilo Kaffee, die jeder Deutsche im
Durchschnitt pro Jahr verbraucht (der Saarländer mit dem größten, der
Sachse mit dem kleinsten Schluck), geht das Gros immer noch drauf für
Filterkaffeemaschinen. Die stehen zwar in 90 Prozent aller Haushalte.
Aber ein guter Teil davon mit gezogenem Stecker, auf verlorenem Posten.
In Deutschland ist der bestverkaufte Artikel im
Haushaltskleingerätehandel der Staubsauger. Nummer zwei ist die
italienische Espressomaschine.

Dort stehen sie, die immer bunteren und billigeren
Plastikkaffeemaschinen. Mit großem Tank, aus dem das Frischwasser in ein
beheiztes Rohr unter der großen Warmhalteplatte läuft. Ach ja,
„Frischwasser“ . Mit diesem Kläranlagenvokabular wird im
Technikerdeutsch das beschrieben, was in Italien beim Espressokochen als
„il acqua“ besungen wird. Wichtig für die Funktion der Maschine:
Zwischen Frischwassertank und Heizspirale befindet sich ein
Rückschlagventil — ein Ausdruck aus der Fachsprache der Klempner. Sobald
sich also das Wasser in den Heizkörpern erhitzt, bilden sich Dampf und
Druck, der das Rückschlagventil zum Wassertank schließt. Das heiße
Wasser presst jetzt in die obere Etage, wo es sich fauchend, tröpfelnd
über dem Kaffeepulver ergießt und dann trostlos versickert. Da macht das
Rückschlagventil wieder auf — der nächste Schub Frischwasser stößt
gurgelnd in die Heizung vor. In der Filtertüte verbindet sich das heiße
Wasser zu einer trüben Suppe mit dem Kaffeepulver, was dann wässrig-hell
in die darunterliegende Kanne sickert. Im Filter bleibt ausgekochter
Schlamm zurück. Er wird samt Filterpapier entsorgt — fast ein wenig
schuldbewusst vielleicht. Aber es kommt noch schlimmer: Ist alles Wasser
verkocht, steigt die Temperatur des Heizkörpers auf ungesunde 150 Grad.
Erst dann schaltet ein Fühler die Rohrheizung ab. Die Heizplatte für die
Kanne reguliert die Kaffeemaschine dann durch wiederkehrendes Ein- und
Ausschalten. Diese Warmhaltemethode vertreibt dann den letzten Rest an
Kaffeearoma aus dem Getränk — so lange, bis eben irgendein Tor
tatsächlich eine Tasse oder gar ein Kännchen bestellt.
Beim Filterkaffee und der Maschine dazu steht sich der deutsche Hang zur
Ingenieurskunst also tatsächlich im Weg. Obwohl — es gibt Hoffnung auf
Wiederherstellung der Maschinistenehre, eine Neuerung. Es ist zwar immer
noch prinzipiell ein Filterkaffee, aber einer aus Pads — geschlossenen,
flachen Kaffeefilterbeuteln. Das Verfahren schnitt bei allen Tests
deutlich besser, sogar mit „genussfähig“ ab. Das Durchladen der Patronen
unterschiedlicher Kaliber ins Magazin hat außerdem auch echten
Unterhaltungswert. Allerdings — die Pads gibt es auch für
Espressomaschinen. Auf lange Sicht wird die Sache also doch ziemlich
sicher verloren sein.

Was passiert in Berlin

Deutsches Theater Berlin

Komiker trifft Politiker: Im Gespräch mit Gregor Gysi (Linke) im
Deutschen Theater Berlin hat Hape Kerkeling seine Autorität als
Deutschland-Versteher bewiesen. Er bewegte sich mühelos zwischen
ernsthaften Statements zur Politik und komischer Unterhaltung.

Warum er nicht politischer Kabarettist geworden sei, will Gysi wissen.
„Mich interessieren eher die grundsätzlichen Dinge im Zusammenleben“,
sagt Kerkeling. „Das mag dann ja vielleicht auch politisch sein.“

Hape Kerkeling hat schon öfter erzählt, was auch der Linke-Politiker in
seiner monatlichen Talkrunde am Sonntag im komplett ausverkauften
Deutschen Theater in Berlin wieder hören will: die Geschichte seines
ersten Auftritts vor größerem Publikum. So schildert Kerkeling, wie er
aus Verzweiflung, weil niemand ihn komisch fand, sich eines bis dahin
tatenlosen Mikrofons bemächtigte, dasselbe aus der Halterung riss und
sich damit gegen einen Zahn schlug, sodass dieser sogleich die Mundhöhle
verließ.

Kerkeling, der im Bundestagswahlkampf noch als Jux-Kandidat Horst
Schlämmer für Aufsehen sorgte, hat kürzlich angekündigt, mit 50
aufzuhören. In fünf Jahren wäre es so weit. „Ich will nicht, dass ich
mir zusehen muss, wie mir die innerliche Reaktionsschnelligkeit verloren
geht“, sagte er nun. Kerkeling scheint zu spüren, dass er und seine
besten Momente längst historisch werden. Den Status eines Loriot hat er
damit erreicht. Gysi und Kerkeling plauderten so über Gott, das Reisen,
die DDR, Deutschland und das Schwulsein. Gysi lobt, wie viel in der
Anerkennung Homosexueller erreicht wurde, doch Kerkeling — selbst schwul
– warnt. „Jede Minderheit muss sich allein aufgrund ihres Status als
Minderheit bewusst sein, dass sie in Gefahr ist. Man darf Toleranz nie
als zementiert empfinden, sich seiner Sache sicher sein.“ Den Ernst
durchbricht Gregor Gysi mit ein wenig Tagespolitik. „Ich kann ja
diejenigen nicht verstehen, die sagen, ein schwuler Außenminister
Westerwelle sei nicht gut, wenn er etwa nach Saudi-Arabien reist. Das
ist doch Quatsch.“ „Genau“, pflichtet Kerkeling bei, „das ist kein
Problem für Westerwelle, sondern für Saudi-Arabien.“ „Das ist der
einzige Punkt, weshalb ich mich freue, dass er Außenminister wird“,
frotzelt Gysi und hat diesmal die Lacher auf seiner Seite.
Je mehr sich das Frage-Antwort-Spiel in eine lockere Unterhaltung
auflöst, entdeckt Gysi den Komiker in sich. Oder entdeckt Kerkeling den
Komiker in Gysi? Warum denn seiner Meinung nach die SPD so schlecht
dastünde, die er doch selbst gewählt habe, will Gysi wissen. „Der Grund
sitzt doch vor mir“, sagt Kerkeling zu Gysi, der einen knallroten Kopf
bekommt. Triumphierend fügt er hinzu: „Den konnte ich jetzt nicht
verschenken.“

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